Domaine Carre Frères
Wenn Champagner eine Handschrift bekommt
Es gibt Champagner, die man trinkt. Und es gibt Champagner, die man versteht. Die Cuvées von Carré Frères gehören zur zweiten Kategorie – und wer einmal eine Flasche geöffnet hat, versteht sofort, warum dieses kleine Domaine aus Trépail in der Champagne-Welt gerade so viel Aufsehen erregt.
Eine Familie, ein Dorf, eine Obsession
Die Carré-Familie keltert seit 1894 in Trépail, einem Premier-Cru-Dorf in der Montagne de Reims, das ausserhalb von Kennnerkreisen kaum bekannt ist – und genau darin liegt sein Reiz. Édouard Carré, der das Domaine heute mit seinem Bruder Victor führt, hat keine Zeit damit vergeudet, sich auf der Familientradition auszuruhen. Im Gegenteil: Nach Jahren, in denen er an der Seite seiner Eltern das Handwerk von Grund auf erlernte, gründete er 2020 die Maison Carré Frères als eigenständiges Projekt – mit einer klaren Vision und dem Mut, Champagner so zu machen, wie er es für richtig hält.
Das Ergebnis ist eine Kollektion, die nichts versteckt und nichts schönt. Terroir pur, Jahrgang pur, Persönlichkeit pur.
21 Hektaren, die man schmeckt
Das Domaine bewirtschaftet 21 Hektaren alte Reben – verteilt über Trépail und Villers-Marmery in der Montagne de Reims, das Grand-Cru-Dorf Verzy sowie die Côte des Bar rund um Essoyes und Les Riceys. Klingt überschaubar, ist aber in der Champagne ein beachtliches Gut. Entscheidender als die Grösse ist jedoch die Art, wie die Brüder ihre Parzellen behandeln: biologisch, biodynamisch, mit minimaler Intervention und maximaler Aufmerksamkeit für jeden einzelnen Weinberg.
Chardonnay ist die Seele von Trépail. Die Kreideböden des Dorfes verleihen diesem Chardonnay eine Spannung und Mineralität, die kaum zu reproduzieren ist – es ist dieses natürliche Gleichgewicht zwischen Reife und Säure, das die Weine von Carré Frères so unverwechselbar macht. In Verzy kommen Pinot-Noir-Reben hinzu, die auf ganz anderen Böden und mit nördlicher Exposition einen Pinot von bemerkenswerter Struktur und Tiefe liefern.
Im Keller: Geduld als Methode
Édouard Carré ist kein Winzer, der Abkürzungen sucht. Nach der Handlese und sanften Pressung verbringen die Grundweine bis zu zwei Jahre in Barriques – 70 Prozent alte, 30 Prozent neue Fässer – bevor sie mindestens drei weitere Jahre in den Kellergewölben reifen. Keine Reserveweine, keine Assemblage über Jahrgänge hinweg. Jede Cuvée ist ein Portrait des Jahres, in dem sie entstanden ist. Wer das in Händen hält, hält ein Dokument.





