Paul Bara Champagne 1

Champagne Paul Bara

In der Montagne de Reims werden einige der besten Pinot Noirs der Region angebaut, und Bouzy ist ihre Hauptstadt. Der Schlüssel zu Bouzys Grösse liegt in seinem tiefen, kalkhaltigen Untergrund, der den Grand-Cru-Weinen einen intensiven Fruchtausdruck und eine grosse mineralische Komplexität verleiht. Das Dorf Bouzy und die Champagner von Paul Bara sind praktisch ein Synonym.

Als publizierter Dorfhistoriker ist Paul Bara untrennbar mit den Überlieferungen seines Heimatortes verbunden. Viele behaupten, er sei der berühmteste Winzer des Ortes, denn er ist einer der wenigen „récoltants-manipulants“ in einer Region, die von den Massenweinen der grossen Champagnerhäuser überschwemmt wird. Diese récoltants-manipulants oder R.M.s, wie sie genannt werden, gehören zu den wenigen, die noch ihre eigenen Trauben anbauen und ihre eigenen Weine herstellen. Champagne Paul Bara ist das Paradebeispiel für ein Haus, in dem alles mit einer persönlichen Note gemacht wird und ist ganz einfach der Inbegriff all dessen, was einen handwerklich hergestellten Champagner der alten Welt ausmacht, und ein echter „Winzer“-Champagner, bevor es so etwas überhaupt gab.

Im Laufe der Jahre wurde das Weingut nach und nach erweitert: Die Rebfläche wurde auf elf Hektar ausgedehnt, die Kellerei und die Kelterei modernisiert und der Keller vergrössert – und was für ein beeindruckender Keller! Er ist vollständig in die reine Kreide gemeisselt und reicht über 10 Meter tief in den Boden. Als Paul am Ende des Zweiten Weltkriegs nach Hause zurückkehrte, musste er feststellen, dass dieselben Keller von den deutschen Besatzungstruppen geplündert, fast das gesamte Inventar geraubt und respektlos verwüstet worden waren. Von den wenigen Flaschen, die gerettet werden konnten, kann man noch heute die Langlebigkeit und zeitlose Qualität des klassischen Stils von Bara erleben. Als Paul in den Ruhestand ging, übergab er die Leitung des Weinguts an seine älteste Tochter Chantale, die die Familientraditionen und den Stil des Hauses am Leben gehalten hat.

Die Baras stellen ihre Weine von Hand her, mit ertragsarmen Reben, die zwischen 35 und 40 Jahre alt sind. Einige Parzellen werden sogar mit Pferden bewirtschaftet. Die Trauben werden jeweils in einer traditionellen Coquard-Presse gepresst. Die Weine werden keiner malolaktischen Gärung unterzogen. Die Reserveweine werden in den Boden eingelassenen Zisternen gelagert und in temperaturkontrollierten Edelstahl- und Emailtanks vinifiziert und seit neustem wird auch mit dem Ausbau im Holz experimentiert.

In den Kellern lagern weit über 400’000 Flaschen auf den Verkauf. Non-Vintage Champagner liegen bei Paul Bara mindestens zwei bis drei Jahre auf der Feinhefe. Jahrgangs-Champagner mindestens fünf. Andrew Jefford, Autor des Buches «Das neue Frankreich», bezeichnet das Haus Paul Bara als „…unverzichtbare Referenz für jeden, der die reife, trockene Fülle von Bouzy geniessen und verstehen will…“.

Champagner von Paul Bara