Warum 90% Champagner zu jung getrunken wird
Champagner hat ein Imageproblem.
Er gilt als Getränk für den Moment zum Anstossen, zum Feiern, zum schnellen Genuss. Und genau hier liegt der Fehler, denn man wartet immer auf dem passenden Moment, anstelles des Zeitpunktes, den man dank dem Champagner zum Moment erheben kann, sei es auch nur das Staubsaugen in der eigenen Wohnung. Daher wird der Champagner dann oft situativ für spezielle Momente gekauft und man kauft dann das, was man eben im Supermarkt so auf die Schnelle bekommen kann. Und so wird dann ein grosser Teil der Champagner, die heute geöffnet werden, sind schlicht zu jung getrunken. Sie zeigen dann zwar Frucht, Frische, vielleicht etwas Druck aber nicht das, was sie eigentlich könnten.
Wer Champagner ernst nimmt, trinkt ihn nicht sofort.
Was passiert bei der Reifung? Am Anfang steht die Frucht. Zitrus, Apfel, vielleicht etwas Brioche. Alles sauber, alles präzise. Mit der Zeit passiert etwas anderes: Säure integriert sich Kohlensäure wird feiner, Struktur gewinnt an Tiefe Aromen entwickeln sich Richtung Nuss, Honig, getrocknete Früchte Was bleibt, ist nicht weniger sondern mehr.
Reifer Champagner ist kein „frischerer“ Wein sondern ein komplexerer Wein.
Warum wird Champagner trotzdem zu früh getrunken? Als erstes wäre da die Verfügbarkeit. Die meisten Champagner kommen trinkfertig in den Verkauf (zumindest theoretisch). Dann wäre da das Konsumverhalten Champagner = Feier = sofort öffnen. Und last but not least, wissen schlicht viele Menschen nicht, dass Champagner altern kann und zwar hervorragend. Und zu aller letzt: Wenn Sie es wissen, fehlt nicht oft die passende Lagerstätte. Ein paar wenige haben einen Weinlagerschrank, der für die Langzeitlagerung eben doch nicht das Gelbe vom Ei ist, und (leider) zu selten, werden Champagner fachgerecht in professionellen Weinlager wie z.B. bei weinkellerschweiz.ch gelagert, wo ideale bedingungen für Weine vorherrschen.
Welche Champagner profitieren von Reife?
Klar, nicht jeder Champagner profitiert von Kellerreife. Ein einfacher Non-Vintage aus dem Supermarkt, trinkt man besser sofort. Ein Grower Champagne mit Struktur, niedriger Dosage und Substanz, profitiert sehr oft von etwas Lagerung. Die Faustregel besagt: Der Champagner ist bei korrekter Lagerung mindestens so viele Jahre ab Degorgierdatum lagerfähig, wie er auf der Hefe gelagert wurde. Bei Vintage Champagner kann das aber durchaus zwei, drei Jahrzehnt oder mehr sein, gesetzten Fall man mag auch die Geschmacksnoten welche sich so entwickeln.
Einen Wein, den Sie unbedingt ein paar Jahre Kellerreife geben sollten und dann eine sehr schöne Überraschung erleben können ist Paul Bara, Comtess Marie. Diese Cuvée braucht Zeit im Keller um zu dem zu werden, was sie zu bieten hat.
Der Unterschied im Glas
Ein junger Champagner ist fast immer sehr frisch direkt unkompliziert. Kann aber je nach Qualität und Winzer auch noch sehr verschlossen sein. Hier lohnt sich das warten, dann dazwischen liegen Welten! Ein gereifter Champagner hingegen ist tief ruhig und vielschichtig. Das ist nicht nur ein einfaches Upgrade, dass ist ein komplett anderer Wein!
Fazit Die meisten Champagner werden nicht zu schlecht sondern zu früh getrunken. Und wer einmal erlebt hat, was ein gereifter Champagner kann, wird sich schwer tun, wieder zurückzugehen.
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